Das Konzert der Backstreet Boys in Schladming ist aktuell eines der größten Musikereignisse dieses Winters und läuft noch bis Sonntag. Tausende Fans aus dem In- und Ausland sind bereits angereist, um eine der erfolgreichsten Popgruppen der 1990er-Jahre live zu erleben. Die Stimmung ist emotional, friedlich und insgesamt sehr positiv – auch für den Tourismus in der Region. Nach Angaben liegen die Besucherzahlen bei etwa 50.000 – offizielle, verifizierte aktuelle Zahlen liegen uns noch nicht vor; wir prüfen diese derzeit bei der zuständigen Behörde.

Unsere Reporter der Initiative Pro Polizei Österreich (Leserreporter & X-Reporter) befinden sich direkt im Golden Circle, also im sicherheitstechnisch sensibelsten Bereich unmittelbar vor der Bühne. Genau dort, wo die Personendichte am höchsten ist, werden über mehrere Stunden hinweg folgende Punkte beobachtet:
- sehr hohe Enge durch dauerhaft gedrängte Stehplätze
- wiederholtes Drängen und Schieben, insbesondere durch Positionswechsel nach Toilettengängen
- vereinzelt Streitigkeiten, jedoch keine körperlichen Auseinandersetzungen
- für Besucher keine klar erkennbare oder rasch erreichbare Sanitätsstruktur
- durchgehender Druck von hinten in Richtung Bühne
Aus Sicht von Crowd-Safety und Krisenmanagement ist insbesondere die Kombination aus hoher Personendichte, langer Standzeit und Rückdräng-Dynamik ein bekannter Risikofaktor bei Großkonzerten. Diese Dynamik unterscheidet sich wesentlich von Sportveranstaltungen wie Skirennen, bei denen sich die Besucher in der Regel deutlich stärker verteilen.

Ein zusätzlicher sicherheitsrelevanter Faktor ergibt sich aus der baulichen Situation:
Eine Skipiste ist kein klassischer Konzertplatz. Der massive Bühnenaufbau, großflächige Licht- und Elektroniksysteme sowie die natürliche Hanglage verändern die Rahmenbedingungen deutlich. Auch wenn sämtliche Konstruktionen robust wirken, entsteht dadurch objektiv eine erhöhte Komplexität für Evakuierung, Rettung und medizinische Versorgung.

Polizei professionell im Einsatz – Kritik richtet sich nicht an die Exekutive
Die steirische Polizei ist präsent, ruhig, freundlich, professionell und sichtbar im Einsatz. Zu keinem Zeitpunkt ist ein polizeilicher Kontrollverlust erkennbar. Auch die Einlasskontrollen durch private Sicherheitsdienste verlaufen geordnet. Der Einsatz moderner Technik – etwa Drohnen zur Lageübersicht – trägt zusätzlich zur Sicherheitslage bei.

Die von uns beobachteten kritischen Punkte betreffen nicht die Polizei, sondern betreffen primär die Bereiche:
- Veranstaltungsplanung
- Dimensionierung der Stehplätze
- Crowd-Management
- Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der Sanität
- Fluchtwege und Rettungsgassen

Waren zu viele Menschen im Stehplatzbereich?
Diese Frage kann derzeit noch nicht abschließend beantwortet werden. Subjektiv wirkt der Golden Circle über mehrere Stunden hinweg deutlich über der Komfortgrenze. Ob diese Wahrnehmung auch eine Überschreitung der behördlich genehmigten Kapazität bedeutet, wird aktuell durch eine Anfrage bei der zuständigen Behörde überprüft.
Wir setzen bewusst auf faktenbasierte Aufklärung. Erst nach Vorliegen dieser Daten kann seriös bewertet werden, ob die Situation rechtlich korrekt, grenzwertig geplant oder sicherheitstechnisch problematisch umgesetzt ist. Unsere Aufgabe als Sicherheitsmedium ist es nicht, Stimmung zu machen – sondern Risiken sachlich sichtbar zu machen.
































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