Deep-Fake-Betrug: KI-Scams nehmen zu. Armin Wolf und Van der Bellen betroffen

Ein neuer Fall von Identitätsdiebstahl sorgt für Diskussionen: Der Moderator der Plattform Pro Polizei Österreich, Daniel Richard Janetschek, hat auf X vor einer neuen Generation von KI-basierten Betrugsmaschen gewarnt, die sich rasant weiterentwickelt.

Durch gezielte, bezahlte Werbung auf Plattformen von Meta, wie Facebook und Instagram, verbreiten sich diese Inhalte seit Tagen im österreichischen Netz. Zu den Betroffenen zählen diesmal der bekannte ORF-Moderator Armin Wolf und der Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Vor einer Woche war Bundeskanzler Karl Nehammer betroffen.

Über bezahlte Anzeigen wurden manipulierte Inhalte verbreitet, die durch den Missbrauch der Identitäten Vertrauen schaffen und betrügerische Absichten verfolgen sollten. Armin Wolf äußerte sich besorgt über die zunehmende technische Raffinesse solcher Fakes. Obwohl die aktuellen Manipulationen noch als technisch schwach einzustufen seien, warnte er:

„Diese KI-Fakes werden sehr schnell sehr viel besser und schlauer werden.“ (Armin Wolf)

Janetschek beobachtet ebenfalls einen besorgniserregenden Trend: Immer öfter werden Staatsoberhäupter, Medienvertreter und andere prominente Personen für solche Scams missbraucht. Es ist nicht auszuschließen, dass hinter diesen Aktionen nicht nur das Ziel steht, Geld zu erbeuten, sondern auch politische Angriffe geführt werden.

Die wachsende Bedrohung durch Deepfakes stellt Gesellschaft und Gesetzgebung vor große Herausforderungen. Janetschek betonte, wie wichtig es sei, solche Fälle zu melden und anzuzeigen, da dies die einzige Möglichkeit sei, den Betrug schrittweise zu bekämpfen. Scams mit Deepfakes können vielen unvorsichtigen Personen viel Geld aus der Tasche ziehen, zudem ihre Konten hacken oder den Datenschutz verletzen.

Janetschek kündigte an, diesen Vorfall bei RTR und KommAustria zur Anzeige zu bringen. Außerdem wolle er Meta zur Verantwortung ziehen. Die Plattform unternehme offenbar zu wenig, um solche Inhalte rechtzeitig zu erkennen und zu blockieren. Meta agiere in Europa von Irland aus und sei gegenüber den europäischen Medienaufsichtsbehörden rechenschaftspflichtig.

Janetschek, der bereits seit 2000 über umfassende Erfahrung im europäischen Online-Advertising – als Plattform-Betreiber und Moderator – verfügt und mehrere Ads-Plattformen genutzt hat, kritisiert, dass die Meldestelle von Meta einfach nicht ausreichend aktiv sei. Die Meldungen von Nutzern würden sowohl erschwert als auch nicht ernst genommen. Zudem scheine die manuelle menschliche Überprüfung der Ads – die normalerweise von Ads-Managern der Konzerne durchgeführt wird – weitgehend unfähig zu sein. Dies liege wahrscheinlich an einer unzureichenden Vorbereitung des Personals. So würden nicht nur einzelne, sondern tausende solcher Ads selbst nach der manuellen Prüfung freigeschaltet.

Meta zeige außerdem kein transparentes Vorgehen gegen diesen Missbrauch. Nutzer-Meldungen verschwänden einfach, ohne dass eine Bestätigung oder Rückmeldung per E-Mail erfolge. Dadurch gerieten die Fälle in Vergessenheit, während die Schäden blieben. Viele Personen seien bereits Opfer solcher Abzocke-Fallen geworden.

Problematisch sei darüber hinaus, dass Ads-Scammer hunderte von Fake-Konten auf Facebook und Instagram erstellen könnten und diese trotz zahlreicher Meldungen monatelang ungestört online blieben.

Bild: Screenshot (Daniel Richard Janetschek / Armin Wolf / X)

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