Waffengesetz-Novelle: Größtes Maßnahmenpaket seit 30 Jahren in Begutachtung

Nach dem tragischen Amoklauf an einem Grazer Gymnasium am 10. Juni 2025, bei dem zehn unschuldige Menschen getötet wurden und der Täter sich anschließend selbst erschoss, hat die Bundesregierung die umfangreichste Reform des Waffengesetzes seit drei Jahrzehnten auf den Weg gebracht.

Innenminister Gerhard Karner, Staatssekretär Jörg Leichtfried und NEOS-Sicherheitssprecher Douglas Hoyos-Trauttmansdorff stellten am 4. September 2025 die Details vor.

Innenminister Karner betonte, dass es nach dieser Gewalttat keine Rückkehr zur Tagesordnung geben könne: „Wir haben rasch reagiert und innerhalb von zehn Wochen die größte Novelle seit 30 Jahren vorgelegt.“ Er unterstrich, dass Jäger mit fundierter Ausbildung kaum betroffen seien.

Staatssekretär Leichtfried hob hervor, dass künftig strenger kontrolliert werde, wer überhaupt eine Waffe besitzen darf: „Sicherheit beginnt damit, dass wir genauer hinschauen, bevor wir Verantwortung in Form einer Waffe vergeben.“ Psychologische Tests und engmaschigere Prüfungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Auch NEOS-Abgeordneter Hoyos-Trauttmansdorff stellte klar: „Wir erhöhen die Sicherheit spürbar, ohne verantwortungsvolle Waffenbesitzer unnötig einzuschränken. Entscheidend ist, dass wir bei Prävention, Verlässlichkeit und Datenaustausch einen Schritt weitergehen.“

Die Eckpunkte der Novelle im Überblick:

  • Verlässlichkeitsprüfungen: Strengere klinisch-psychologische Gutachten, Zehn-Jahres-Sperre nach zwei negativen Gutachten in zwölf Monaten.

  • Mindestalter & Probezeit: 25 Jahre für Waffen der Kategorien A und B, 21 Jahre für Kategorie C; Bewilligungen zunächst befristet auf fünf Jahre.

  • „Abkühlphase“: Verlängerung von drei Tagen auf vier Wochen zwischen Erwerb und Abholung.

  • Privater Waffenkauf: Nur mehr über Waffenhändler möglich.

  • Datenaustausch: Effizientere Vernetzung zwischen Waffenbehörden, Bundesheer, Justiz, Gesundheits- und Jagdbehörden.

Bedeutung für die Polizei

Das Maßnahmenpaket bringt für die Exekutive wichtige Verbesserungen mit erweiterten Kontrollbefugnissen im Umfeld von Schulen und Kindergärten mehr Vernetzung mit Justiz Gesundheitswesen und Bundesheer sowie strengeren Regeln bei Abkühlphase und Gutachten wodurch die Polizei schneller handeln kann und die Prävention deutlich gestärkt wird.

Die gesamte Pressekonferenz steht als Podcast der Initiative Pro Polizei Österreich zum Nachhören zur Verfügung.

Bild: Initiative Pro Polizei Österreich – Symbolfoto (Kreativ)

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